Blower Door Test . net |
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| §5
Dichtheit, Mindestluftwechsel Abs.1 Zu errichtende Gebäude sind so auszuführen, dass die wärmeübertragende Umfassungsfläche einschließlich der Fugen dauerhaft luftundurchlässig, entsprechend dem Stand der Technik abgedichtet ist (…) |
Unsere Erfahrung zeigt:
Vertrauen ist gut - Kontrolle ist besser!
Viele Neubauten erfüllen leider die Anforderungen der EnEV in punkto Luftdichtheit
nur auf dem Papier. Auf den Baustellen wird in der Regel dem Thema nicht
das notwendige Augenmerk gewidmet, mit der Folge, dass viele der von uns
nachgemessenen Gebäude die vorgeschriebenen Grenzwerte überschreiten.
Unsere Erfahrung zeigt aber auch, dass Gebäude luftdichter gebaut werden,
wenn allen an der Bauausführung beteiligten Parteien von Beginn an bekannt
war, dass ein abschließender Blower-Door-Test mit Leckageermittlung durchgeführt
wird!!
Wir empfehlen daher jedes Gebäude einer objektiven Luftdichtheitsprüfung
mittels Blower-Door-Test im Sinne der Qualitätsverbesserung zu unterziehen.
In der Praxis haben sich zwei Messtermine als besonders effektiv erwiesen:
1. Eine baubegleitende Messung sofort nach Fertigstellung der Luftdichtheitsebene
(z.B. nach dem Einbau der Dampfbremse im DG) - mit dem Vorteil, dass Fehler
noch einfach behoben werden können. 2. Eine abschließende BDT-Messung
des Gebäudes im Gebrauchszustand sollte Bestandteil jeder Bauabnahme sein.
Fünf handfeste Gründe
sprechen für Luftdichtheit:
1. Minimierung des Lüftungswärmebedarfs = Heizkostenreduzierung
Bei modernen Gebäuden liegt mittlerweile auf Grund der immer aufwendigeren
Wärmedämmung der Anteil des Lüftungswärmebedarfs bei über 50% am Gesamtenergiebedarf.
Dieses Verhältnis verdeutlicht das große Einsparpotential. Während auf
dem Gebiet der Wärmedämmung große Fortschritte unternommen wurden, galt
die Luftdichtheit lange Zeit als zweitrangig. Um den Gesamtenergiebedarf
weiter zu reduzieren, ist es demnach logisch zuerst Maßnahmen zur Verringerung
des Lüftungswärmebedarfs auszuführen, zumal sich dies mit relativ geringem
Kostenaufwand erzielen lässt.
| Das nebenstehende Beispiel zeigt bei einer nur 1mm breiten Fuge eine Verschlechterung der Wärmedurchgangszahl k um das 4,8-fache. Projiziert auf die gesamte wärmeübertragende Hüllfläche eines Gebäudes müsste man auch mit den 4,8-fachen Heizkosten rechnen! | ![]() |
2.
Vermeidung von Bauschäden
Wenn warme Luft aus dem Gebäudeinneren durch Leckagestellen nach außen
dringt sinkt auf dem Weg durch die Konstruktion deren Temperatur wodurch
umgekehrt die relative Luftfeuchtigkeit stetig zunimmt. Sobald der Taupunkt
erreicht wird beginnt der in der Luft enthaltene Wasserdampf zu kondensieren.
Die betroffenen Bauteile werden mit der Zeit mehr und mehr durchnässt
und bilden daher einen idealen Nährboden für Schimmelpilze. Die im Dachbereich
meist verwendeten Mineralfaserdämmstoffe reagieren äußerst kritisch auf
eingedrungene Feuchtigkeit und können bis zu 65% ihrer Wärmedämmeigenschaften
verlieren - der Beginn eines Teufelskreises.
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Im nebenstehenden Beispiel dringen pro Tag und Fugenmeter 800g Wasserdampf in die Konstruktion ein, wovon der größte Teil beim Erreichen des Taupunkts kondensiert und im Bauteil verbleibt. |
3. Vermeidung
von Gesundheitsschäden
Bei ungünstigen Wetterbedingungen kann die Luft auch von außen durch undichte
Stellen ins Gebäude eindringen. Mit ihr gelangen dann auch mikroskopisch
kleine gesundheitsschädliche Fasern aus den verbauten Mineralfaserdämmstoffen
und gegebenenfalls Schimmelpilzsporen unbemerkt in die Raumluft. Mediziner
sehen gerade diese über eine lange Zeitspanne andauernde Belastung durch
kontaminierte Atemluft als besonders kritisch.
4. Sicherstellung
des berechneten Schalldämmmaßes
Schall breitet sich sehr gut in der Luft aus. Bereits kleine Leckagestellen
in der Gebäudehülle reichen aus, dass Luftschall in den Wohnbereich eindringt
und die sonst sehr massiv wirkenden Außenwände hellhörig erscheinen lässt!
Beispiel: Legen Sie einen Fensterflügel nur leicht an und achten sie auf
die Veränderung der Intensität der Umgebungsgeräusche beim Verschließen
(Verriegeln) des Fensters. Hierbei wird der Fensterflügel luftdicht gegen
die Profildichtungen gedrückt und der Weg des Luftschalls unterbrochen
- das Schalldämmmaß wird erheblich verbessert.
5. Verbesserung des Raumklimas
Eine undichte Gebäudehülle führt zur Beeinträchtigung der Wohnqualität.
Unangenehme Zuglufterscheinungen, ausgeprägte vertikale Temperaturschichtungen
(sehr kalte Luft am Boden) sind die Folge. Oftmals wird versucht die Behaglichkeit
durch ein "Mehrheizen" wieder herzustellen - eine zweifelhafte Methode
die sich in einer Zunahme der Heizkosten wiederspiegelt!
Lesen Sie hierzu:
Die Legende von der "atmenden
Wand"
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